Leben auf dem Mars

Seit jeher gilt Mars als der Planet unseres Sonnensystems auf dem man am ehesten ausserirdisches Leben finden könnte. Doch was ist dran an den zahllosen Theorien über den Roten Planeten ?
Ende der siebziger Jahre fand die erste Landung auf dem Roten Planeten statt, im Rahmen der Viking Mission der NASA (National Aeronautics & Space Administration) die aber schon Jahre zuvor gestartet wurde. Genauer gesagt am 30. Juli 1976 landete eine Sonde auf der Marsoberfläche und sammelte Gesteinsproben mit einem mechanischen Arm, die an Bord analysiert wurden. Eines der Experimente verdankte die NASA Gil V. Levin, der auch eine diabetikerfreundliche Zuckerart entwickelte. Seine Analyse bestand darin den gesammelten Staub mit radioaktiven Nährstoffen und Kohlenstoff zu mischen : wenn Bakterien vorhanden gewesen wären, hätten sie die radioaktiven Elemente absorbiert und Kohlenstoffgas ausgeschieden. Die Reaktion damals fand auch dementsprechend statt, doch wurde sie von der NASA als chemisch angesehen, und nicht als biologisch, wie Levin glaubte und noch immer glaubt, denn seit 1976 versucht er verzweifelt zu beweisen, daß er damals Leben auf Mars gefunden hat. Im Alter von 76 Jahren wurde ihm eine Möglichkeit angeboten, seine Tests der ersten Viking Mission zu wiederhohlen : in einer neuen Mission 2003.


Doch Theorien über Leben auf unserem Nachbarplaneten gibt es mehr : ALH 84001, der Mars-Meteorit, der im Dezember 1984 in der Antarktis gefunden wurde, enthält Magnetit-Kristalle, deren Struktur nur von Bakterien fehlerfrei aufgebaut werden kann. Und eine solche perfekte Struktur, die identisch zu der, der biologisch entstandenen irdischen Magnetit-Kristallen ist, weist ALH 84001 auf. Dies ist, laut NASA-Astrobiologe Everett Gibson kein entgültiger Beweis für die Existenz marsianischen Lebens, fest steht nur, daß die Magnetite des Meteoriten nicht von biologisch erzeugten irdischen Magnetiten zu unterscheiden sind. Sicher ist auch die marsianische Herkunft des Steines, sowie der Zeitpunkt seiner Ankunft auf unserem Planeten : nämlich vor rund 13000 Jahren.


Die nächste gute Gelegenheit um über marsianisches Leben zu diskutieren, bot sich mit der Ankunft der ersten Bilder des Mars Global Surveyor, kurz MGS, der fast zeitgleich zur Pathfinder-Mission seine Umlaufbahn erreichte. Sie bestätigten, was schon vorher längst vermutet wurde : an der Oberfläche des Roten Planeten befinden sich Vertiefungen ähnlich wie Wassergräben. Entlang des Equators ziehen sich diese Schluchten über ein Gebiet das der Größe der USA entspricht. Glaubte man lange es könnte sich dabei um Wasserwege handeln, die entstanden als Wassermassen durch Meteoreinschläge erhitzt und für Jahrzehnte flüssig gehalten, aus der Tiefe des Bodens hervorschossen und diese tiefen Rinnen auf der Marsoberfläche zurückliessen. Besonders fiel Aufsehen erregte die Tatsache, daß diese Wassergräben nicht besonders alt zu sein scheinen. Doch die Bedingungen die der Rote Planet bietet lässt Wasser in flüssigem Zustand wohl kaum zu : die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt und die hauchdünne Atmosphäre (rund hundertmal geringer als der Luftdruck hier) lassen nur Eis oder gasförmiges Wasser zu. Viel mehr vermuten diese Kritiker der Wassertheorie die Gräben seien von Kohlendioxyd gezogen worden. Die Atmosphäre dort besteht aus rund 95 % aus CO2, und bietet ideale Bedingungen um diese Hypothese zu unterstützen : im Winter gefriert das Kohlendioxyd "unterirdisch", um an der Oberfläche, durch den Druck flüssig zu werden und sich mit Staub gemischt als Lawinen durch die beobachteten Schluchten zu wälzen. Damit wäre die Zusammensetzung der photographierten Lawinen auch geklärt, nur stört diese Erklärung jeden der durch das vermutete Wasser auf Leben auf unserem kleinen Nachbarn hoffte, insbesondere die NASA.

Dadurch blieb dann nur die Steinlandschaft, die Pathfinder Ende 1997 in Bildern zur Erde schickte unerklärt. Sie könne laut Experten nur durch Wasserströme in ihre heutige Form gebracht worden sein. Damit wäre dann auch für genug Diskussionsstoff gesorgt um die Frage nach Leben auf Mars für die nächste Zeit am laufen zu halten.
Doch Leben auf Mars wird immer wahrscheinlicher, und ist in nächster Zukunft wohl kaum aufzuhalten : die Rede ist von menschlichem Leben. Es wird an Missionen gearbeitet und getüfftelt, die Mars-Kolonien vorbereiten sollen. Es wird sich hierbei aller Voraussicht nach um Missionen handeln die von der Raumstation ISS aus gestartet werden. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis das sich auf dem Mars Leben aufhalten wird.



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